In der Methodenwoche schrieben die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen Zeitungsartikel zu den Themen Politik, Finanzen, Bildung, Sport und Musik/Film.
Zum Thema Schule trafen sich die Vertreter der Klassen zum Interview mit Frau Reich.
8.1 Anne - Josephine Fuhrmann, Oskar Radeckij, Veronika Liebrecht, Evgenij Listov
8.2 Angélique Raspe, Stamatia Patricia Neumann
8.3 Dustin Hafemann, Djabrail Batyrchanow
8.4 Franziska Schumann, Michéle von Hantelmann, Anastasia Lorenz
8.6 Hermann Masur, An Tuan Nguyen, Xenia Mocek

Wie kommen Sie mit der neuen Schulreform klar?

Gut, wir haben mit den Kollegen alles gut vorbereitet.
Wir sind jetzt eine integrierte Sekundarschule - ISS und Gesamtschule.

Welche Veränderungen ergeben sich aus dem neuen Schultyp für die achten Klassen?

Es gibt keine. Für Euch läuft der Gesamtschulteil weiter - wie bisher. Ihr profitiert davon, da auch bei Euch die Klassen etwas kleiner sind und jetzt neu der Unterricht im Blocksystem stattfindet.

Wir haben gelesen, dass Eltern befürchten, dass das Lernniveau in der neuen Sekundarschule nach unten gezogen wird. Was denken Sie darüber?

Nein, ich denke das muss nicht befürchtet werden,da die Lernbedingungen viel besser geworden sind. Wir haben ja jetzt viel kleinere Klassen und können besser auf den Einzelnen eingehen.

Ist in der Sekundarschule eine andere Zensierung?

Ja, jetzt gibt es G und E Kurse.
Es gibt nur noch zwei Niveaustufen.

Wieso gibt es Blockunterricht?

Wir wollen Kompetenzen also Fähikeiten und nicht nur Lernstoff vermitteln, das bedeutet, Ihr werdet besser darauf vorbereitet Aufgaben zu lösen.
Deshalb brauchen wir mehr Zeit. So muss nur einmal motiviert werden, es wird mehr Gruppenarbeit möglich und es kann selbstständiger gearbeitet werden.
Ein weiterer Grund ist, dass in Kunst, einem sehr aufwendigen Fach, mehr Zeit für die eigentliche Arbeit bleibt. Auch in dem sonst einstündigen Fach Geografie ist das so.
Die Schulmappen werden leichter, da nicht mehr 6 sondern 3 Bücher mitgebracht werden. Die 10 Minuten Pause hat nicht so viel gebracht, da ist eine längere Hofpause günstiger. Der Schultag wird damit kürzer.
Aber ich verstehe auch die Angst - ich kann mich nicht 90 Minuten konzentrieren Da wird es im Raum Lockerungsübungen geben.

Wodurch unterscheiden wir uns von anderen Schulen?

Jede Schule hat ein eigenes Profil.
So haben wir unseren Europaschulzweig und wir bieten bilingualen Unterricht in Englisch an. Außerdem gibt es bei uns eine sehr breite Palette an Wahlpflicht-fächern.
An der Schule herrscht eine freundliche und schülerzugewandte Atmosphäre. Bei Problemen wird geholfen. Unser Anspruch ist möglichst gute Bedingungen zum Lernen zu schaffen. Wir wollen ein friedliches Miteinander, Streitigkeiten werden sofort geklärt. Leider ist es noch nicht für jeden selbstverständlich zu grüßen. Das sind Höflichkeitsformen auch für die, die es noch nicht können.

Können Sie kurz erklären, wie die Schule finanziert wird?

Der Stadtbezirk bekommt vom Senat nach Schülerzahl Gelder für:

  1. Lehrmaterial, also Videos, Zeichenblöcke, Farbe, Lernmaterial, z. B. Bücher
  2. Hausmeister, z. B. Kleinmaterialien wie Nägel und Schrauben
  3. Personalkostenbudjetierung, wenn ein Lehrer länger ausfällt, wie Frau Lechner, die ihr Baby bekommen hat, darf ich einen Lehrer einstellen
  4. Honorare, zusätzlich für Projekte in Musik,Kunst, Geschichte oder im Mittagsband
  5. Arbeitsgemeinschaften, aber nur ganz wenig
Genaue Zahlen könnt Ihr bei Herrn Schmidt erfragen.

Gibt es in der achten Klasse noch ein Mittagsband?

Nein, in der achten Klasse gibt es das nicht mehr, dafür gibt es Arbeitsgemeinschaften.

Was für Arbeitsgemeinschaften gibt es?

Das entscheidet Ihr. Gebt mir Eure Wünsche ab. Möglich ist Schülerzeitung, Radio, Computerkurse, Nähen, Kochen, Fitness, Jazz Dance. Sagt mir bald was Ihr machen möchtet, ich richte es ein.
Im Moment ist unsere Turnhalle noch nicht fertig und in der Aula dürfen keine Ballspiele stattfinden.

Wie läuft das Buddy - Projekt?

Es läuft sehr erfolgreich. Der Auftritt 18.06. 2010 war sehr gut.
Das Projekt wird fortgesetzt. Es gibt Lern-, Aufsichts- und Schlichtungsbudys an unserer Schule. Frau Lechner und Herr Stegemann sind die Ansprechpartner, da Frau Eggert an eine andere Schule gewechselt ist.

Wann ist die Turnhalle fertig?

Ich hoffe ungefähr Weihnachten.

Wird das B - Gebäude renoviert?

2011 bekommen wir neue Fenster. Die Fenster sind ein großes Problem. Sie dürfen teilweise nicht geöffnet werden oder nur von Lehrern.
Das wird ganz schön kompliziert, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht - es ist mehr als 100 Jahre alt - darf äußerlich nichts verändert werden.
Innen haben wir uns aber eine schöne helle Farbe ausgesucht, um die Flure freundlich zu gestalten. Die unteren Flure hätten sonst dunkelgrün ausgesehen. Das fanden wir aber nicht zeitgemäß.

Seit wann arbeiten Sie in der Schule und seit wann als Schulleiterin?

Oh, das ist eine lange Zeit. Seit 36 Jahren bin ich Lehrerin und meine erste Schule war hier ganz in der Nähe.
Als Schulleiterin arbeite ich seit 1990, also seit 20 Jahren hier an dieser Schule. Davor habe ich hier schon 4 Jahre gearbeitet. Wenn ich noch einmal geboren werden würde, würde ich mich wieder für diese Arbeit entscheiden, da es mir unheimlichen Spaß macht, mit Euch zu arbeiten.

Was für Fächer unterrichten Sie?

Einige von Euch kennen mich aus dem Englischunterricht. Ich unterrichte Englisch und Russisch. Bei uns im Europaschulzweig wird Russisch nur von Muttersprachlern unterrichtet.

Warum gibt es mehr Lehrerinnen als Lehrer an unserer Schule?

Ich glaube, dass die Ursache in der Geschichte liegt. In der DDR war das ein Frauenberuf und da wurde weniger verdient. Die Männer wollten mehr verdienen, deswegen war der Beruf für Männer nicht attraktiv. Heute ist das nicht mehr so.

In Klasse 7 kann nur Französisch als zweite Fremsprache gewählt werden. Warum?

Das ist so, weil überall Französisch angeboten wird. Dadurch ist ein Wechsel zu jeder Schule möglich.

Warum wechselt die Essensfirma?

Da wir nur 29 Esser hatten, wurden wir von der alten Essensfirma nicht mehr gewollt.
Es war ganz schwierig für so wenige Esser eine neue Firma zu finden. Nun sind wir bei Menütaxi und bekommen das Essen in Assietten. Wenn aber mehr essen, wenn es 100 Esser sind, würden sie für uns hier an der Schule kochen. Das würde ich gut finden, denn das schmeckt einfach besser. Die Firma kriegt außerdem gute Kritiken.
Anmeldungen können bei der Essensfrau abgeholt werden.

Mögen Sie Müllermilch?

Diese Frage gehört nicht hierher. Nein.

Ich hoffe, dass Ihr etwas mitnehmt in die Klassen für Eure Arbeit. Beeindruckt hat mich die gute Vorbereitung und die Qualität der Fragen. Das Interview hat mir Spaß gemacht und ich möchte Euch allen eine guten Start wünschen.
Herzlichen Dank und Auf Wiedersehen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit von Franziska Schumann (8.4) und Roman Lubinez (8.4) unter der Leitung von Frau Wilczek (Kerngruppenleiterin der 8.4)